Beendet
Memento Mori: Erinnerungen des Lebens
30. Januar 2026 – 19. März 2026 · 분당서울대학교병원 1-2동 1층

Memento mori ist weniger eine Mahnung, den Tod nicht zu vergessen, als vielmehr eine Frage danach, wie wir dieses Leben durchschreiten. Diese Ausstellung begreift es als eine Sprache des Denkens, die unser Bewusstsein für das Leben vertieft: Die Tatsache, dass es eines Tages ein Ende geben wird, lässt die Gegenwart schärfer hervortreten und lenkt unseren Blick still auf das, woran wir uns erinnern, während wir leben.
Erinnerung bleibt niemals in fester Form bestehen. Sie verschwimmt mit der Zeit, überlagert sich und erreicht die Gegenwart verwandelt. Angesammelte Spuren, wiederkehrende Rhythmen, ausgelöschte und wieder auftauchende Szenen zeigen, dass Erinnerung kein einzelnes Bild ist, sondern ein Prozess, der in der Zeit fortwährend neu zusammengesetzt wird. Die auf der Leinwand verbliebenen Schichten lagern sich ab wie die Stätten eines bereits gelebten Lebens, und die darüber erscheinenden symbolischen Gestalten berühren, ohne Erklärung, die eigenen Erinnerungen der Betrachtenden — sie reichen über die persönliche Erzählung hinaus bis in Volksglauben, Unbewusstes und die Textur alter Geschichten.
Künstler: Joongtae Shin, Hyunjin Lee · Ort: Seoul National University Bundang Hospital, Gebäude 1-2, 1. OG · Führungen jeden Mittwoch um 12:30 Uhr